Was versteht man unter Impfungen

Bei einer aktiven Impfung werden dem Körper entweder

  • durch eine Injektion in die Haut, unter die Haut oder
    in den Muskel
  • oder „oral“ durch schlucken

Totimpfstoffe (abgetötete Organismen oder deaktivierte
Erregergiftstoffe) oder Lebendimpfstoffe (abgeschwächte lebende Viren) zugeführt.

Impfung Gelbfieber


Auf diese reagiert der Körper nicht mit einer Erkrankung, sondern mit der Bildung von Antikörpern. Kommt der Geimpfte später mit entsprechenden Erregern in Kontakt, kann der Körper durch die schnell zur Verfügung stehenden Antikörper die drohende Erkrankung aus eigener Kraft abwehren.

Der Aufbau eines Impfschutzes erfordert je nach Art des Impfstoffes und der zu verhütenden Erkrankung eine oder mehrere Impfungen. Der Impfschutz setzt nach unterschiedlich langer Zeit ein und hält unterschiedlich lange an. Durch eine Booster (Auffrischungs)-Impfung wird der Impfschutz später unterhalten oder wiederhergestellt.

Der Körper wird also durch eine aktive Impfung dazu angeregt, selbst Abwehrkräfte gegen bestimmte Infektionen aufzubauen.


Im Gegensatz dazu werden bei einer passiven Impfung (z.B. durch Gammaglobulingabe) dem Körper von außen Antikörper zugeführt, die aufgenommene Krankheitserreger bekämpfen. Praktisch alle Impfungen in der Reisemedizin sind aktiv. Passive Impfungen spielen in der Reisemedizin nur noch eine sehr untergeordnete Rolle.





Gelbfieberimpfung – Kurzinformation

Wann muss gegen Gelbfieber geimpft werden?


1. Medizinische Indikation:


Reisen in Länder, wo die Gelbfieberinfektion vorkommt.

Südamerika: Gebiete zwischen 20. nördlichen und 40. südlichen Breitengrad

Afrika: Gebiete zwischen 15. nördlichen und 10. südlichen Breitengrad

Asien: kein Gelbfieber!


2. Reiserechtliche Indikation:


Wenn die Impfung im Reiseverkehr vorgeschrieben ist.

Die Wirksamkeit der Impfung ist zuverlässig und beginnt 10 Tage nach der Impfung, der Schutz besteht für die Dauer von 10 Jahren.


Achtung:

  • Zu anderen Impfungen müssen unter Umständen bestimmte Mindestzeitabstände eingehalten werden!
  • Eine Impfbefreiung aus medizinischen Gründen ist möglich. „Exemption Certificate“, dazu ist ein Eintrag in Impfpass in englischer oder französischer Sprache notwendig, möglichst mit Siegel einer Gelbfieberimpfstelle. Die Einreiseländer sind zur Anerkennung der Befreiung nicht verpflichtet!

Internationale Vorschriften für Reisen in Gelbfiebergebiete:


Achtung: die medizinische Indikation ist für alle folgenden Länder gegeben!


Südamerika:


Bei direkter Einreise vorgeschrieben: Kolumbien, Panama, Venezuela

Bei Einreise aus Infektions-/Endemiegebieten vorgeschrieben: Bolivien, Brasilien, Ecuador, Franz. Guayana, Guayana, Peru, Surinam


Afrika:


Bei direkter Einreise vorgeschrieben: Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, Kongo, Liberia, Mali, Niger, Ruanda, Sao Tome & Principe, Togo, Zentralafrikanische Republik


Bei Einreise aus Infektions-/Endemiegebieten vorgeschrieben: Angola, Aequatorialguinea, Äthiopien, Burundi, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kenia, Nigeria, Sambia, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tanzania, Tschad, Uganda


Häufig wird die Impfung auch abweichend von den Vorschriften bei Einreise verlangt!


Einige Länder, in denen es kein Gelbfieber gibt, verlangen aber bei der Einreise über eines der oben genannten Gelbfiebergebiete einen Impfnachweis.


Insbesondere sind dies viele karibische Inseln, an den Gelbfiebergürtel angrenzende Länder, Arabische Länder, Länder in Mittelamerika, Mittlerer/Ferner Osten, Südostasien, Australien, Südsee und auch Europa (Griechenland, Portugal, Malta).





Erkrankungen, gegen die Impfungen möglich sind:

Die Empfehlung zu Impfungen ist abhängig von

  • Reiseziel (Welche Erkrankungen kommen im Reiseland vor?)
  • Reiseart (Wie intensiv ist der Kontakt zum Reiseland?)
  • Reisedauer (Wie lange ist man größeren Gesundheitsrisiken ausgesetzt?)
  • Reisezeit (Gibt es jahreszeitlich unterschiedliche Krankheitshäufigkeiten?)
  • Gefährdungsgrad (Sind individuell besondere Erkrankungsrisiken vorhanden?)

Eine individuelle Beratung ist daher immer erforderlich.



Für Reisen zu empfehlen:


Generell Häufig Gelegentlich Selten
Cholera
Diphterie
FSME
Gelbfieber
Hepatitis A
Hepatitis B
Influenza
Japanische-Encephalitis
Kinderlähmung
Masern
Meningokokken-Meningitis
Pneumokokken
Tetanus
Tollwut
Typhus